Der Schieferbruch wird einzig und allein betrieben, um an eine Gesteinsschicht im unteren Bereich des Posidonienschiefers zukommen und nicht um Versteinerungen abzubauen, wie fälschlicher Weise oft angenommen wird. Fossilfunde sind ein "Nebenprodukt".
Es geht um den Fleins, eine ca. 18 cm. mächtige Schicht, der in der Innenarchitektur verwendung findet, als Fußböden, Treppen, Arbeitsplatten, Wandverkleidungen, Kamine, etc.
Er wird auch als Holzmadener Schiefer oder Ölschiefer bezeichnet.

fleinstisch
fleinstreppe

 

Entstehung

Vor 180 Millionen Jahren war unsere Gegend vom Jurameer überflutet.
In diesem tummelten sich Fischsaurier, Seelilien, Fische, verschiedene Ammonitenarten und andere Lebewesen.
Durch Sedimentation wurden neben Meeresschlamm auch verendete Lebewesen am Boden abgelagert und verdichtet.
Im Laufe der geologischen Entwicklung hob sich der Meeresboden und das Jurameer verschwand, es bildete sich der Posidonienschiefer.

 

Abbau

Der Fleins wurde früher in sogenannten "wandernden Steinbrüchen" abgebaut. Man musste bis zu 10 Meter tief graben,
um an den begehrten Fleins zu kommen.
Der Abraum, Humus, Tone, Mergel und die Schichten Lias epsilon III bis zum Lias epsilon II/4 mussten mühevoll abgeräumt werden.
Die jetzt freigelegten "Bänke" sind schnurgerade und sehen wie gesägt aus.
Sie verlaufen von Süden nach Norden und sind unterschiedlich breit,
50 cm bis 6 m. Natürliche "Abgänge", die zur Längstrichtung der "Bänke" verlaufen, erschweren den Abbau.
Der jetzt freigelegte Fleins, wird noch im Schieferbruch mit einer Motordiamantsäge
grob in die Abmessungen zugeschnitten die für die Fabrikation gefordert sind.
Nach dem verladen kommen die Fleinsplatten ins Schieferwerk.

abbau historisch
Abbau historisch
moderner Abbau
moderner Abbau

 

Verarbeitung

Vorweg, die Verarbeitung des Fleins unterscheidet sich generell von der des Marmors oder des Granits.

Bei der bruchrauen Oberfläche muss noch eine 3 mm - 10 mm dicke Schicht manuell mit Hammer und Meißel abgeklopft werden.
Von Hand erfolgt dann das Spalten der Fleinsplatten, eine Arbeit die sehr viel Geschick erfordert. Der Einsatz von Maschienen ist hier nicht möglich.
Dann werden die Schieferplatten auf das vorgesehende Maß bzw. Form zugeschnitten.
Sind die Schieferplatten fertig, werden Sie unter Druck gewaschen.
Anschließend werden die Platten von der Unterseite auf die gewünschte Dicke gehobelt,
wobei die 9 cm starke spaltraue Schicht bereits vorher auf ca. 8 cm Gesamtstärke bearbeitet wurde.

bruchrauh
bruchrau
spaltrau
spaltrau
 

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